Thomas Fartmann | Biodiversität und Landschaftsökologie



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DO-G unterstützt Forschungsprojekt zu Avizönosen in montanen Grasland-Ökosystemen

Borstgrasrasen, Arnica montana, Hotzenwald
Montanes Weidfeld im Südschwarzwald

[15. Juni 2018] Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) unterstützt ein Forschungsvorhaben unserer externen Masterstudierenden Friederike Kunz. Im Fokus der Untersuchungen stehen aktuelle Entwicklungen, die die Diversität der Avizönosen des montanen Graslands zukünftig verstärkt negativ beeinträchtigen könnten. Aktuell sind viele Vogelarten des genutzten Offenlandes bereits von dramatischen Bestandsrückgängen betroffen. Vielfach werden diese Populationseinbrüche mit der in Nordwest- und Mitteleuropa nahezu flächendeckenden, intensiven Landwirtschaft in Verbindung gebracht. Im Südschwarzwald dagegen, sind extensiv bewirtschaftete Grasland-Ökosysteme noch weit verbreitet. In den tieferen Lagen dominiert gemähtes Grasland, häufig verzahnt mit Flachmooren. Kleinräumige Mosaike aus grasig-krautiger Vegetation, Zwergsträuchern, Wacholderbüschen und Gehölzgruppen charakterisieren die Weidfelder der höheren Lagen. Charaktervögel dieser Landschaft sind gefährdete Brutvogelarten wie Neuntöter, Wiesen- und Baumpieper, Braunkehlchen und Goldammer. Jedoch ist auch das Grasland im Untersuchungsgebiet mit seinen artenreichen Biozönosen zunehmend durch Nutzungsintensivierung und den Ausbau der Tourismusinfrastruktur gefährdet. In unserer Studie untersuchen wir, welche Faktoren das Vorkommen gefährdeter Brutvogelarten von Grasland-Ökosystemen auf der Landschafts- und Habitatebene bestimmen. Basierend auf diesen Daten werden Konzepte für den effektiven Schutz der artenreichen Grasland-Ökosysteme im Südschwarzwald erarbeitet.

Ausbreitung von Bromus erectus gefährdet auf lange Sicht die Biodiversität in Kalkmagerrasen

Kalkmagerrasen, Leontodon hispidus, Biodiversitätshotspot
Kalkmagerrasen mit Blühaspekt des Steifhaarigen Löwenzahns (Leontodon hispidus)

[22. Mai 2018] Eine aktuelle Studie in der internationalen Fachzeitschrift Insect Conservation and Diversity belegt, dass durch die Ausbreitung der Aufrechten Trespe (Bromus erectus) langfristig negative Auswirkungen auf die Biodiversität von Kalkmagerrasen zu erwarten sind. Während die Art in Süddeutschland bereits seit Jahrhunderten zu den dominierenden Süßgräsern in Kalkmagerrasen zählt, hat sie sich in Norddeutschland erst im Laufe des 20. Jahrhunderts ausgebreitet. Im Untersuchungsgebiet der Studie, dem Diemeltal, trat Bromus erectus selbst bis Ende der 1990er-Jahre nur vereinzelt auf. Mit dem Forstschreiten der globalen Klimaerwärmung hat sich die Art in den letzten zwei Jahrzehnten jedoch auch hier massiv ausgebreitet und tritt nun in wärmebegünstigten Lagen verstärkt bestandsbildend auf. Bromus erectus kann sich unter zunehmender Trockenheit und steigenden Temperaturen hervorragend reproduzieren und im Vergleich zu konkurrenzschwächeren Pflanzenarten im Laufe einer Vegetationsperiode mehr Biomasse aufbauen. Dadurch wird die Ausbreitung der Art begünstigt. Diese Entwicklung hat im Diemeltal zu einer zunehmenden Homogenisierung der Vegetationsstruktur und einer signifikanten Abnahme der Pflanzenartenvielfalt in den von Bromus dominierten Kalkmagerrasenbeständen geführt. Gleichzeitig konnte in Probeflächen mit lediglich sehr geringer Deckung der Art eine erhöhte Diversität spezialisierter Zikadenarten nachgewiesen werden. Da zu erwarten ist dass sich Bromus erectus im Zuge des Klimawandels weiter ausbreiten wird, kann auf lange Sicht ohne gezieltes Management mit noch weitreichenderen Folgen für die Pflanzen- und Arthropodenvielfalt in Kalkmagerrasen gerechnet werden. Um den negativen Auswirkungen dieser Entwicklung entgegenzusteuern, sollten in den betroffenen Beständen angepasste Pflegemaßnahmen wie z.B. eine saisonale Intensivierung der Beweidung oder Brandmanagement erprobt werden.

Poniatowski, D., Hertenstein, F., Raude, N., Gottbehüt, K., Nickel, H. & T. Fartmann (2018): The invasion of Bromus erectus alters species diversity of vascular plants and leafhoppers in calcareous grasslands. Insect Conservation and Diversity 11: 578–586. doi: doi.org/10.1111/icad.12302s.de

Große Bedeutung von Allmendweiden für eine gefährdete Singvogelart

Allmendweide, Traditionelle Landnutzung, Baumpieperhabitat
Allmendweide in der prä-alpinen Agrarlandschaft Oberbayerns

[07. Mai 2018] Agrarlandschaften spielen eine wichtige Rolle für den Erhalt der Biodiversität in Europa. Jedoch lassen sich für viele agrartypische Arten weiterhin dramatische Bestandseinbrüche dokumentieren. Dies ist vor allem eine Folge des Landnutzungswandels, der in Mitteleuropa zu einer zunehmenden Homogenisierung der Landschaft geführt hat. Dadurch wird beispielsweise das Angebot geeigneter Habitatstrukturen für Feldvögel stark eingeschränkt. Gleichzeitig führt diese Entwicklung heute zu einer zunehmenden Limitierung des Nahrungsangebots. Der Baumpieper (Anthus trivialis) war früher eine sehr weit verbreitete Art europäischer Agrarlandschaften. Seit den 1980er-Jahren ließen sich jedoch vielerorts dramatische Bestandseinbrüche verzeichnen. Die Brutbestände haben in den letzten 30 Jahren bundesweit um mehr als 50 % abgenommen. In einem Artikel in der Fachzeitschrift Journal of Ornithology konnte nun die herausragende Bedeutung von Allmendweide-Ökosystemen für den Baumpieper nachgewiesen werden. Im Vergleich zu der umgebenden Agrarlandschaft wiesen die besiedelten Reviere in den Allmenden eine höhere Landschaftsheterogenität auf. Die geringe Landnutzungsintensität in diesen traditionellen sozi-ökologischen Systemen gewährleistet der Art die Verfügbarkeit geeigneter Habitatstrukturen und eines ausreichenden Nahrungangebots. Da neben dem Baumpieper viele weitere naturschutzrelevante Arten von der traditionellen Allmendweidewirtschaft profitieren, sollte diese Landnutzungsform auch zukünftig dringend aufrechterhalten und intensiv gefördert werden.

Schwarz, C., Trautner, J. & T. Fartmann (2018): Common pastures are important refuges for a declining passerine bird in a pre-alpine agricultural landscape. Journal of Ornithology 159: 945–954. doi: doi.org/10.1007/s10336-018-1561-0

Umweltministerium NRW fördert Literaturstudie zum Insektensterben

Wildbienen, Insektensterben, Bestäubungsökologie
Schmuckbiene (Epeoloides coecutiens)

[16. März 2018] Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) fördert eine Literaturstudie zur Untersuchung der Ursachen des Artensterbens und Biomasseverlustes bei Insekten. In Nordrhein-Westfalen werden aktuell 55 % der Schmetterlinge, 52 % der Wildbienen und Wespen, 48 % der Heuschrecken und 45 % der Libellen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere des Landes NRW geführt. Durch langjährige Untersuchungen des Entomologischen Vereins Krefeld konnte empirisch belegt werden, dass die Fluginsekten-Biomasse in Nordrhein-Westfalen seit 1989 um bis zu 80 % abgenommen hat. Insekten nehmen eine Schlüsselfunktion in Ökosystemen ein. Einerseits leisten sie durch die Bestäubung von Blütenpflanzen, darunter auch viele Nutzpflanzen, unverzichtbare Ökosystemdienstleistungen. Darüber hinaus sind sie eine bedeutende Nahrungsquelle für viele Vogelarten. Das massive Insektensterben hat somit weitreichende Folgen für die Stabilität der Ökosysteme Mitteleuropas. Vor diesem Hintergrund besteht dringender Handlungsbedarf, dem Verlust der Insekten entgegenzusteuern. Um gezielte Maßnahmen einleiten zu können, müssen zuvor die bestehenden Wissenslücken über die Gründe des Rückgangs der Insekten geschlossen werden. Im Rahmen der nun geförderten Literaturstudie wird ein umfassender, ökosystemübergreifender Überblick über die vielfältigen Ursachen des Insektensterbens erarbeitet. Die Ergebnisse der Recherchen sollen den wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Arten- und Biomasseverlust der Insekten verbessern und dienen als Diskussionsgrundlage für politische Entscheidungsträger.

Klimawandel begünstigt Besiedlung von Steinbrüchen durch gefährdete Heuschreckenart

Steinbruch,Sukzession,Naturschutz,gefährdte Arten
Steinbrüche – Hotspots der biologischen Vielfalt

[26. Januar 2018] Der rezente Klimawandel begünstigt die Ausbreitung wärmeliebender Heuschreckenarten in Mitteleuropa. Durch den Mangel geeigneter Lebensräume in intensiv genutzten Landschaften konnten spezialisierte und gefährdete Arten aber bisher kaum von dieser Entwicklung profitieren. Die Ergebnisse einer in der Fachzeitschrift Naturschutz und Landschaftsplanung publizierten Studie belegen jedoch, dass die aktuelle Besiedlung von Kalksteinbrüchen in der Westfälischen Bucht durch die wärmeliebende Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Folge des klimawandelbedingten Temperaturanstiegs ist. Die Ausbreitung der stark gefährdeten Art fällt in eine Periode, die durch deutlich höhere Temperaturen im Vergleich zum langjährigen Mittel gekennzeichnet ist. Diese Bedingungen fördern die Larvalentwicklung und Ausbreitungsfähigkeit der Art. Im Gegensatz dazu gibt es aus den letzten Jahrzehnten keine Hinweise für eine Zunahme geeigneter Habitate in der Westfälischen Bucht. Schlüsselfaktoren für die Besiedlung der untersuchten Steinbrüche waren erstens eine ausreichende Fläche an Pioniervegetation und zweitens eine geringe Entfernung zu den südwestlich gelegenen Quellpopulationen im Ruhrgebiet. Steinbrüche stellen in der heute intensiv genutzten Landschaft Mitteleuropas wichtige Lebensräume für den Schutz der Biodiversität dar. Aufgrund der sehr geringen Sukzessionsgeschwindigkeit sind Steinbrüche auch nach Einstellung des Gesteinsabbaus oft für Jahrzehnte durch das Vorkommen früher Sukzessionsstadien mit ihren typischen Artengemeinschaften gekennzeichnet und sollten deshalb verstärkt im Fokus des Naturschutzes stehen.

Kettermann, M. & T. Fartmann (2018): Auswirkungen des globalen Wandels auf Heuschrecken – Besiedlung von Steinbrüchen der Westfälischen Bucht (NW-Deutschland) durch die Blauflügelige Sandschrecke. Naturschutz und Landschaftsplanung 50 (1): 23–29.

Regenrückhaltebecken fördern Libellendiversität im urbanen Raum

Libellen, Odonata, Ischnura pumilio, Biodiversität
Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio)

[12. Januar 2018] Die weltweit starke Zunahme urbanisierter Flächen ist eine ernstzunehmende Gefährdungsursache für die biologische Vielfalt. Umso bedeutender ist es, den negativen Folgen der Urbanisierung entgegenzuwirken. Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung im Rahmen des Promotionsvorhabens von unserer Doktorandin Lisa Holtmann belegen in diesem Zusammenhang, dass Regenrückhaltebecken positive Auswirkungen auf die Biodiversität im urbanen Raum haben können. Bei den untersuchten Gewässern handelt es sich um neuartige Ökosysteme, die zum Hochwasserschutz im suburbanen Raum angelegt wurden, wohingegen die zum Vergleich herangezogenen Kontrollgewässer meist in der umgebenden Agrarlandschaft lagen. An Regenrückhaltebecken konnten im Vergleich zu den Kontrollgewässern im Mittel höhere Artenzahlen und höhere Libellenabundanzen nachgewiesen werden. Dabei waren insbesondere gefährdete Arten verstärkt an den Regenrückhaltebecken anzutreffen. Durch das regelmäßige Management der Regenrückhaltebecken wiesen diese in der Regel eine gute Habitatqualität auf, wohingegen die Kontrollgewässer beispielsweise durch ein ungünstigeres Mikroklima und eine höhere Phosphatkonzentration gekennzeichnet waren. Aufgrund dieser Tatsache spielen Regenrückhaltebecken trotz der geringen landschaftlichen Qualität in der Umgebung eine wichtige Rolle als Libellenlebensraum. Folglich kann den untersuchten Regenrückhaltebecken eine große Bedeutung für den Artenschutz in Städten beigemessen werden. Die Studie wurde im Rahmen des Promotionsstipendienprogramms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und wurde nun erfolgreich in der internationalen Fachzeitschrift Ecological Engineering publiziert:

Holtmann, L., Juchem, M., Brüggeshemke, J., Möhlmeyer, A. & T. Fartmann (2018): Stormwater ponds promote dragonfly (Odonata) species richness and density in urban areas. Ecological Engineering. 118: 1–11. doi: doi.org/10.1016/j.ecoleng.2017.12.028

Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt bewilligt

Heuschrecken, Orthoptera, Arcyptera fusca, Biodiversität
Große Höckerschrecke (Arcyptera fusca)

[20. Dezember 2017] Als Projektträger des Bundesprogramms Biologische Vielfalt fördert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Mitteln des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) den Aufbau eines Onlineportals für Heuschrecken. Dieses Teilvorhaben im Rahmen des Projektes „Werkzeuge zur Erfassung biologischer Beobachtungsdaten in Deutschland (WerBeo) “ wird von uns in Kooperation mit der Universität Rostock umgesetzt. Der Aufbau des Onlineportals für Heuschrecken hat zum Ziel, deutschlandweite Beobachtungsdaten einer weiteren naturschutzrelevanten Artengruppe der wissenschaftlichen Öffentlichkeit verfügbar zu machen. Dabei wird ein zentrales, innovatives Informationssystem entwickelt, welches den Nutzern ermöglicht biologische Beobachtungsdaten online einzugeben und einzusehen. Derartige Beobachtungsdaten stellen unverzichtbare Informationen dar, anhand derer die Entwicklung der Biodiversität auf regionaler und nationaler Ebene wissenschaftlich dokumentiert und ausgewertet werden kann. Derzeit sind beispielsweise über 40 % der in Deutschland nachgewiesenen Heuschreckenarten durch anthropgen bedingte Veränderungen in der Landnutzung gefährdet. Gleichzeitig konnten in Deutschland im Zuge des Klimawandels in der jüngeren Vergangenheit jedoch teils massive Ausbreitungen wärmeliebender Heuschreckenarten nachgewiesen werden. Beobachtungsdaten, die diese Entwicklungen belegen, wurden bisher aber häufig dezentral erfasst. Die aufgezeigten ökologischen Veränderungen verdeutlichen die Relevanz einer zentralen Datenplattform für Heuschrecken mit dem Ziel einer verbesserten Dokumentation von Biodiversitätsdaten in Deutschland.

Weihnachtsbaumkulturen im Sauerland haben große Bedeutung für Rote-Liste-Arten

Rote-Liste-Arten, Goldammer, Weihnachtsbaumkulturen
Goldammer (Emberiza citrinella)

[04. Dezember 2017] Der systematische Anbau von Weihnachtsbäumen in Mitteleuropa ist ein recht junges Phänomen. Aktuell beträgt die Anbaufläche von Weihnachtsbäumen im Sauerland, dem wichtigsten europäischen Anbaugebiet, etwa 18.000 ha. Im Rahmen einer aktuellen Studie haben wir umfassend untersucht, wie es um die Avifauna dieses neuartigen Ökosystems steht. Die Ergebnisse belegen deutlich, dass Weihnachtsbaumkulturen in der intensiv genutzten Landschaft des Sauerlandes einen hohen Wert als Lebensraum für gefährdete Brutvogelarten haben. Im Vergleich zu konkurrierenden Landnutzungstypen, wiesen Weihnachtsbaumkulturen gemeinsam mit Windwurfflächen die größte Diversität und die höchsten Dichten gefährdeter Brutvogelarten Nordrhein-Westfalens auf. So konnten für die Rote-Liste-Arten Goldammer, Fitis, Bluthänfling, Heidelerche und Baumpieper mitunter hohe Dichten in den Weihnachtsbaumkulturen nachgewiesen werden. Im Fall der Heidelerche sind die Vorkommen in Weihnachtsbaumkulturen sogar von landesweiter Bedeutung. Ein Beitrag im aktuellen Heft des Journals für Vogelbeobachter – Der Falke liefert eine anschauliche Zusammenfassung der Ergebnisse unserer Untersuchungen. Die Studie wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Fartmann, T., Kämpfer, S. & F. Löffler (2017): Wichtige Bruthabitate für Rote-Liste-Arten: Weihnachtsbaumkulturen im Hochsauerland. Der Falke 64 (12): 20–23.

Veränderung der Wirtspflanzenqualität fördert zwei häufige Tagfalterarten Mitteleuropas

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Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

[06. November 2017] Ein aktuell publizierter Artikel in der internationalen Fachzeitschrift Acta Oecologica belegt, dass Schmetterlingsarten die sich von Brennnesselgewächsen ernähren, von der exzessiven Stickstoffanreicherung in landwirtschaftlich intensiv genutzten Landschaften profitieren können. Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) und das Tagpfauenauge (Aglais io) zählen zu den wenigen Schmetterlingsarten, die trotz der massiven ökologischen Veränderungen im Zuge des Landnutzungswandels in Mitteleuropa weiterhin sehr häufig sind. In der experimentellen Studie, die in Kooperation mit der Universität Potsdam federführend von unserer externen Masterstudierenden Susanne Kurze durchgeführt wurde, konnte gezeigt werden, dass Individuen beider Arten an gedüngten Wirtspflanzen durch höhere Überlebensraten, eine schnellere Larvalentwicklung, sowie ein höheres Gewicht der Puppen gekennzeichnet waren. Die Imagines von Aglais io wiesen zudem längere Vorderflügel auf. Die Auswirkungen der Düngung erhöhen somit die Überlebenswahrscheinlichkeit und das Reproduktionspotenzial beider Schmetterlingsarten. Unsere Ergebnisse legen dar, dass sich nicht nur die Ausbreitung von Brennnesseln durch die zunehmende Eutrophierung, sondern auch Veränderungen in der Wirtspflanzenqualität positiv auf die mitteleuropäischen Bestände der beiden Tagfalterarten auswirken können.

Kurze, S., Heinken, T. & T. Fartmann (2017): Nitrogen enrichment of host plants has mostly beneficial effects on the life-history traits of nettle-feeding butterflies. Acta Oecologica 85: 157–164. doi: doi.org/10.1016/j.actao.2017.11.005

Positives Fazit nach Besuch der Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G)

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Alte Eichenallee in der extensiv genutzten Agrarlandschaft der Prignitz

[06. Oktober 2017] Franz Löffler wurde auf der 150. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) für seinen Tagungsbeitrag „Auswirkungen der Landschafts- und Vegetationsstruktur auf eine stark gefährdete Vogelart der Agrarlandschaft“ mit dem 3. Preis im Jungreferenten-Wettbewerb ausgezeichnet. Die diesjährige Jubiläumstagung fand unter dem Motto „Ornithologie – von der Vergangenheit in die Zukunft“ in Halle (Saale) statt. Viele Tagungsbeiträge beschäftigten sich mit den Auswirkungen des Landnutzungswandels und des Ausbaus regenerativer Energiequellen auf die mitteleuropäische Avifauna. Dabei zeigen die dramatischen Bestandseinbrüche der Feldvögel in Mitteleuropa exemplarisch auf, welche Folgen die fortwährende Intensivierung der Landwirtschaft für die Biodiversität in Agrarlandschaften hat. Mit dem Beitrag zu den Habitatpräferenzen des Ortolans (Emberiza hortulana) konnte die zwingende Notwendigkeit agrarpolitischer Maßnahmen für eine naturschutzgerechte, zukunftsfähige und sozial-gerechte Landwirtschaft noch einmal unterstrichen werden. Gleichzeitig konnte Steffen Kämpfer mit seinem Tagungsbeitrag zur Bedeutung von „Weihnachtsbaumkulturen als Ersatzlebensraum für bedrohte Vogelarten der Agrarlandschaft“ in bemerkenswerter Weise verdeutlichen, dass auch intensiv genutzte, neuartige Ökosysteme wie Weihnachtsbaumkulturen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten können. Aufgrund des geringen ökologischen Kenntnisstandes der Avizönosen dieses Lebensraums und der aus Sicht des Vogelschutzes überraschend positiven Ergebnisse wurden wir im Anschluss an seinen Tagungsbeitrag dazu eingeladen unsere Forschungsergebnisse in einem Beitrag im Journal für Vogelbeobachter – Der Falke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Habitatqualität, Flächengröße und Konnektivität – Grundlagen für einen erfolgreichen Artenschutz

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Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera)

[04. September 2017] Ein aktuell erschienener Artikel in der Fachzeitschrift Naturschutz und Landschaftsplanung liefert einen umfassenden Überblick, welche Faktoren für einen erfolgreichen Artenschutz berücksichtigt werden müssen. Der Landnutzungswandel ist verantwortlich für Degradierung, Verlust und Fragmentierung vieler Habitate Mitteleuropas mit negativen Auswirkungen auf die Biodiversität. Anhand verschiedener Beispiele verdeutlicht der Artikel, dass sowohl die Habitatqualität als auch Flächengröße und Konnektivität darüber entscheiden, ob die Artenvielfalt langfristig erhalten werden kann. Zudem steht der Klimawandel zunehmend im Fokus des Naturschutzes. Beispielsweise werden für die Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera) und den Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) infolge des erhöhten Austrocknungsrisikos in Kalkmagerrasen starke Bestandseinbrüche prognostiziert. Auch wenn Metrioptera brachyptera über längere Zeit in stark isolierten Habitaten überdauern kann, ist zukünftig mit einem weiteren Rückgang der Art zu rechnen, da die Larvalentwicklung der Art an eine ausreichende Feuchtigkeit in ihren Habitaten geknüpft ist. Aufgrund des hohen Vertrocknungsrisikos der Wirtspflanze Primula veris im Frühjahr, sind auch die Vorkommen von Hamearis lucina in den Kalkmagerrasen einiger Regionen Mitteleuropas zunehmend bedroht. Auch wenn die Art bedingt in der Lage ist durch Risikostreuung bei der Eiablage auf diese Gefahr zu reagieren, wird eine Anpassung an die zukünftigen Klimabedingungen durch die geringe Mobilität der Art und fehlende Ausweichhabitate stark eingeschränkt. Folglich sollte der Naturschutz in Zeiten des globalen Wandels in seinen Bemühungen zum Arten- und Biotopschutz auf eine Erhöhung der Habitatqualität und -heterogenität innerhalb der Habitate, eine Vergrößerung der Flächengröße und eine Verbesserung der Konnektivität abzielen.

Fartmann, T. (2017): Überleben in fragmentierten Landschaften – Grundlagen für den Schutz der Biodiversität Mitteleuropas in Zeiten des globalen Wandels. Naturschutz und Landschaftsplanung 49 (9): 277–282.

Heuschrecken profitieren von traditioneller Landnutzung in Buckelwiesen

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Buckelwiese in den Bayerischen Kalkalpen

[16. August 2017] Die traditionelle Landnutzung hat in Mitteleuropa erheblich zur Entstehung artenreicher Ökosysteme beigetragen. Die Buckelwiesen im bayerischen Alpenraum sind Zeugnis einer über Jahrhunderte fortwährenden Heuwiesennutzung und weisen zudem geomorphologisch bedingt eine hohe Habitatheterogenität auf. Durch die jährliche Sensenmahd und den Verzicht auf Düngemittel, haben sich auf den Buckelfluren artenreiche Lebensgemeinschaften etabliert, die hervorragend an die nährstoffarmen Standortbedingungen angepasst sind. Jedoch ist im Laufe des letzten Jahrhunderts in Folge von Aufforstung oder Einebnung der Buckelwiesen die Ausdehnung dieses Lebensraumtyps im Alpenraum um über 95% geschrumpft. Die verbliebenen Flächen haben jedoch bis heute eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität und sind charakteristischer Bestandteil der Kulturlandschaft im nördlichen Alpenraum. Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung konnte nun gezeigt werden, dass Heuschrecken von der Heterogenität der Buckelwiesen und der traditionellen Bewirtschaftung profitieren. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass insbesondere das Vorkommen gefährdeter Arten von der Mahdnutzung begünstigt wird. Aber auch kurzfristig brachgefallene Bestände, die nur in unregelmäßigen Abständen genutzt werden, fördern die Diversität der Buckelwiesen. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen damit die Bedeutung des Fortbestands der traditionellen Landutzung für den Erhalt der Artenvielfalt in dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystems & Environment veröffentlicht:

Löffler, F. & T. Fartmann (2017): Effects of landscape and habitat quality on Orthoptera assemblages of pre-alpine calcareous grasslands. Agriculture, Ecosystems and Environment 248: 71–81. doi: 10.1016./j.agee.2017.07.029

Masterabsolventin mit Jacob-Jacobi-Preis für besten Studienabschluss geehrt

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Preisträgerin Susanne Kurze und Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus)

[08. August 2017] Mit dem Jacob-Jacobi-Preis wird alljährlich der beste Studienabschluss an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam ausgezeichnet. Der diesjährige Preis wurde an unsere externe Masterabsolventin Susanne Kurze verliehen. Susanne Kurze hat ihr Masterstudium in Ökologie, Evolution und Naturschutz an der Universität Potsdam mit der Bestnote abgeschlossen. In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „More losers than winners – Response of common butterflies and moths to host plant fertilisation“ untersuchte sie den Einfluss von landwirtschaftlich gedüngten Futterpflanzen auf verschiedene, in Mitteleuropa weit verbreitete Schmetterlingsarten. Der untersuchte Zusammenhang fand in der Wissenschaft bisher kaum Berücksichtigung, obwohl die Abhängigkeit der Schmetterlinge von der Qualität ihrer Wirtspflanzen seit Langem bekannt ist. In ihren Untersuchungen konnte sie zeigen, dass die Entwicklung der Mehrheit der untersuchten Schmetterlinge durch die Düngung negativ beeinflusst wird. Dies gilt insbesondere für Arten die sich von Gräsern oder Sauerampfer ernähren. So zeigten z.B. die Raupen des Braunen Feuerfalters (Lycaena tityrus) bereits bei einer Düngermenge von unter 100 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr erhöhte Mortalitätsraten. Da die Stickstoffraten in Mitteleuropa vielerorts über diesem Wert liegen, kann mit diesem Zusammenhang eine Ursache für den Rückgang der Art in Mitteleuropa belegt werden. Positive Effekte waren lediglich für Arten die sich von Brennnesselgewächsen ernähren zu verzeichnen. Die drastische Zunahme der atmosphärischen Stickstoffeinträge infolge der landwirtschaftlichen Intensivierung, gilt als eine der Hauptgefährdungsursachen für die Biodiversität und verschiedene Ökosystemfunktionen. Das Thema der Arbeit hat damit eine hohe Relevanz für den Erhalt der biologischen Vielfalt in intensiv genutzten Agrarlandschaften.

Buddeln für die Artenvielfalt – Ökosystemingenieure fördern die Biodiversität im Grasland

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Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)

[03. August 2017] Das Vorkommen vieler konkurrenzschwacher und thermophiler Arten im Grasland ist an das Vorhandensein geeigneter Mikrohabitate mit einem hohen Offenbodenanteil gekoppelt. Beispielsweise nutzen viele Schmetterlingsarten Offenbodenhabitate bevorzugt als Larvalhabitat, da derartige Strukturen ein günstiges Mikroklima aufweisen und gleichzeitig das Vorkommen der Wirtspflanzen fördern. Jedoch ist im produktiven oder verbrachten Grasland häufig ein Mangel an solchen Störstellen festzustellen, sodass die Bestände störungsabhängiger Arten in Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten teils drastisch zurückgegangen sind. Häufig stellen in solchen Beständen die von bodenstörenden Ökosystemingenieueren, wie z.B. Ameisen und Maulwürfen, geschaffenen Störstellen die einzigen Offenbodenhabitate dar. Deshalb ist der Einfluss dieser Organismen auf die Biodiversität von besonderem Interesse. Im Rahmen mehrerer aktueller Studien konnte am Beispiel von Pflanzen und Schmetterlingen die besondere Bedeutung der Ökosystemingenieure für die Artenvielfalt in mitteleuropäischen Grasland-Ökosystemen aufgezeigt werden. Ein aktuell erschienener Artikel in der wissenschaftlichen Zeitschrift Naturschutz und Landschaftsplanung gibt einen umfassenden Überblick über die Ergebnisse der Untersuchungen.

Streitberger, M. & T. Fartmann (2017): Bodenstörende Ökosystem-Ingenieure im mitteleuropäischen Grasland und ihre Bedeutung für die Biodiversität. Eine Analyse am Beispiel der Gelben Wiesenameise und des Europäischen Maulwurfs. Naturschutz und Landschaftsplanung 49 (8): 252–259.

Homepage zur nachhaltigen Renaturierung von Kalkmagerrasen geht online

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Artenreiche Schlagflur im Projektgebiet (Diemeltal)

[18. Juli 2017] Auf der Projekthomepage des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens: „Nachhaltige Renaturierung von Kalkmagerrasen in Zeiten des Globalen Wandels“ informieren wir Sie ab sofort regelmäßig über unsere projektbezogenen Forschungstätigkeiten. In dem Vorhaben, das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert wird, sollen in Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern zahlreiche Kalkmagerrasen renaturiert und die Auswirkungen der Maßnahmen mit modernen wissenschaftlichen Methoden evaluiert werden. Dabei erproben und entwickeln wir in unserem Projektgebiet Verfahren, die auch in anderen Gebieten erfolgreich angewandt werden können. Aktuell führen wir ökologische Untersuchungen durch, deren Ergebnisse als Grundlage für die nachfolgenden Renaturierungsmaßnahmen dienen sollen. Unter anderem wird dabei anhand verschiedener Indikatorgruppen die Entwicklung bereits entbuschter Kalkmagerrasen evaluiert. Damit die Auswirkungen der Renaturierungsmaßnahmen bewertet werden können, ist es zudem wichtig den Zustand der Flora und Fauna vor Durchführung der Maßnahmen zu kennen. Deshalb wird in der Vorstudie der Ist-Zustand der zu renaturierenden Probeflächen erfasst. Als Untersuchungsobjekte dienen dabei Pflanzen, Tagfalter, Heuschrecken und Zikaden.

Neue Studie über Zikaden unterstreicht die Bedeutung der Strukturvielfalt in Silikatmagerrasen

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Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata)

[24. Juni 2017] Die Grasland-Ökosysteme Europas sind in zunehmendem Maße gefährdet. Insbesondere die landwirtschaftliche Intensivierung, aber auch die Aufgabe traditioneller Landnutzungsformen haben in Mitteleuropa zu einem gravierenden Rückgang der Artenvielfalt geführt. Jedoch bestehen gleichzeitig für einige Artengruppen erhebliche Wissensdefizite, welche Umweltfaktoren die Diversitätsmuster entscheidend beeinflussen. Der Wissensstand über die Ökologie von Zikaden ist bis heute unzureichend. Diese Modellgruppe eignet sich aufgrund ihres Artenreichtums und ihrer sehr spezifischen Umweltansprüche jedoch hervorragend für naturschutzfachliche Bewertungen. Im Rahmen unserer Untersuchungen konnten wir nun zeigen, dass sich die Habitatheterogenität und die Strukturvielfalt der umgebenden Landschaft positiv auf die Artenzahl der Zikaden in Silikatmagerrasen auswirken. Im Gegensatz dazu wiesen die Habitate, die zu einem größeren Anteil von Äckern umgeben sind, eine geringere Artenvielfalt auf. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen unterstreichen damit die Bedeutung strukturreicher Kulturlandschaften für den Erhalt der Biodiversität in Mitteleuropa. Die Studie ist in der internationalen Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystems & Environment erschienen:

Helbing, F., Fartmann, T., Löffler, F. & D. Poniatowski (2017): Effects of local climate, landscape structure and habitat quality on leafhopper assemblages of acidic grasslands. Agriculture, Ecosystems and Environment 246: 94–101. doi: 10.1007/s11252-017-0677-y

Amphibien profitieren von Regenrückhaltebecken im urbanen Raum

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Laubfrosch (Hyla arborea)

[28. Mai 2017] Die Urbanisierung gilt als eine der Hauptursachen für den globalen Biodiversitätsverlust und hat zu einem Rückgang vieler Amphibienarten beigetragen. In einer nun veröffentlichten Studie wurde untersucht, ob sich urbane Regenrückhaltebecken als Habitat für Amphibien eignen. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass die Gewässer trotz ihrer oft stark isolierten Lage günstige Habitatbedingungen für Amphibien bereitstellen. Durch das regelmäßige Management der Regenrückhaltebecken bieten diese gute Voraussetzungen für die Larvalentwicklung der Arten. Zum langfristigen Erhalt der Amphibienpopulationen in urbanen Gebieten, sollte jedoch eine Erhöhung der Konnektivität der Gewässer angestrebt werden. Unter diesen Voraussetzungen können Regenrückhaltebecken einen wichtigen Beitrag für den Biodiversitätsschutz in Städten leisten. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Urban Ecosystems erschienen:

Holtmann, L., Philipp, K., Becke, C. & T. Fartmann (2017): Effects of habitat and landscape quality on amphibian assemblages of urban stormwater ponds. Urban Ecosystems 20: 1249–1259. doi: 10.1007/s11252-017-0677-y

Berufung in den Redaktionsbeirat des Journal of Insect Conservation

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Titelbild des Journal of Insect Conservation

[13. Mai 2017] Apl. Prof. Dr. Thomas Fartmann wurde in den Redaktionsbeirat der Fachzeitschrift Journal of Insect Conservation berufen. Das Journal ist eine der international führenden entomologischen Zeitschriften und veröffentlicht die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zur Biodiversität und zum Schutz von Insekten und nah verwandten Artengruppen. Auf Grund des drastischen Biodiversitätsverlustes, besteht heute weltweit dringender Forschungsbedarf zur Entwicklung geeigneter Maßnahmen für den Schutz von Insekten und ihren Habitaten. Eines der Hauptziele der Zeitschrift ist es deshalb, die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und den praktischen Naturschutz stärker zu verknüpfen. Mit der Berufung in das Editorial Board wird Thomas Fartmann für über 100 entomologische Publikationen und seine langjährigen Forschungsarbeiten im Bereich Ökologie und Naturschutz gewürdigt.

Forschungsförderung der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft für Promotionsvorhaben


Sumpfohreule (Asio flammeus)

[26. April 2017] Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) unterstützt das Promotionsvorhaben unseres Doktoranden Steffen Kämpfer mit zusätzlichen Sachmitteln. In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Vorhaben werden umfassende Analysen zum Bruterfolg, zu den Habitatpräferenzen und zur Raumnutzung der Sumpfohreule auf den Ostfriesischen Inseln durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchungen werden u.a. radiotelemetrische Verfahren eingesetzt. Dabei werden nestjunge Sumpfohreulen mit Sendern ausgestattet und ihre Bewegungsmuster durch automatische Telemetriestationen erfasst. Auf diese Weise können Verhaltensweisen wie Rast, Nahrungssuche und Ortsveränderungen innerhalb einer Insel, aber auch Ortswechsel z.B. auf eine benachbarte Insel oder das Festland registriert werden. Die Bewegungsmuster der Eulen können wichtige Hinweise zu möglichen Gefährdungsursachen der Art liefern. Mit den nun bewilligten Mitteln sollen zusätzliche Telemetriesender angeschafft werden um in der Studie statistisch möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

Totholzanreicherung fördert Gastropoden in montanen Buchenwäldern


Totholzreiche Buchenwälder fördern Artenvielfalt

[24. April 2017] Auch wenn Schnecken nicht zu den holzbewohnenden Organismen gezählt werden, profitieren sie von totholzreichen Wäldern. In einer experimentellen Studie konnte nun gezeigt werden, dass Totholzanreicherung in montanen Wäldern zu einer erhöhten Aktivitätsdichte der Gastropoden führt. Die Untersuchung im Rahmen der Bachelorarbeit von Tobias Kirchenbaur zeigt einen deutlichen Anstieg der Schneckenaktivität mit zunehmender Nähe zu Totholz. Die Menge an Totholz war insbesondere in schattigen Wäldern von entscheidender Bedeutung für die Gastropoden. Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Totholz für die Biodiversität in den Wäldern Mitteleuropas. Der Erhalt und die Förderung naturnaher Wälder sollte deshalb stärker in den Fokus der Forstwirtschaft rücken. Der Artikel ist in der Fachzeitschrift Forest Ecology and Management erschienen:

Kirchenbaur, T., Fartmann, T., Bässler, C., Löffler, F., Müller, J., Strätz, C. & S. Seibold (2017): Small-scale positive response of terrestrial gastropods to dead-wood addition is mediated by canopy openness. Forest Ecology and Management 396: 85–90.

DBU fördert Forschungsvorhaben zum Schutz von Bergheide-Ökosystemen


Bergheide-Ökosysteme – Lebensraum von internationaler Bedeutung

[03. April 2017] Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ein Projekt zur Optimierung der Management- und Renaturierungsmaßnahmen von Bergheide-Ökosystemen. Bergheiden haben eine große Bedeutung für den europäischen Artenschutz und tragen zugleich zur regionalen touristischen Wertschöpfung bei. Der internationalen Bedeutung dieses Lebensraumtyps steht ein drastischer Flächenrückgang im letzten Jahrhundert gegenüber. Trotz langjähriger Versuche zum Management und zur Renaturierung von Bergheiden im Rothaargebirge bestehen weiterhin Wissensdefizite, insbesondere zu einer zielführenden Renaturierung von Bergheiden. In dem Projekt werden in enger Zusammenarbeit von Naturschutzpraxis und Forschung Lösungen für bestehende Managementkonflikte in den Bergheiden des Rothaargebirges und Konzepte für die Wiederherstellung ehemaliger Heidestandorte erarbeitet. In Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern evaluieren wir den Erfolg durchgeführter Management- und Renaturierungsmaßnahmen. Anhand der Ergebnisse wissenschaftlich fundierter Studien werden Methoden zum langfristigen Erhalt von Bergheide-Ökosystemen im Rothaargebirge entwickelt.

Stipendium für Teilnahme an Summer School zu Bestäubungsökologie in Rumänien


Traditionelle Heuwiese in der rumänischen Kulturlandschaft
[17. März 2017] In Zusammenarbeit mehrerer deutscher und rumänischer Universitäten und Forschungseinrichtungen wurde eine Summer School zum Thema Bestäubungsökologie ins Leben gerufen. An der Veranstaltung nehmen insgesamt zehn Studierende aus Rumänien und Deutschland teil. Wir freuen uns, dass unser Mitarbeiter und Masterstudierender Gwydion Scherer vom wissenschaftlichen Auswahlkomitee für die Teilnahme an der internationalen Summer School ausgewählt wurde. Die Veranstaltung findet im Apuseni Naturpark in den Westkarpaten statt. Das Gebiet zählt zu den ärmsten Regionen Europas. Durch den Erhalt traditioneller Landnutzungsformen weist das Gebiet jedoch bis heute eine enorme Artenvielfalt auf und bietet Studierenden sehr gute Voraussetzungen für ökologische Beobachtungen. Während der diesjährigen Summer School werden bestäubungsökologische Daten erhoben und anschließend ausgewertet. Dabei sollen ökologische Mechanismen zwischen Pflanzen und ihren Bestäubern anhand statistischer Analysen aufgeschlüsselt werden. Der Aufenthalt wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert.

Schwermetallrasen bieten gute Habitatbedingungen für eine stark gefährdete Tagfalterart


Mittlerer Perlmutterfalter (Argynnis niobe)
[02. März 2017] Das Verbreitungsgebiet des Mittleren Perlmutterfalters (Argynnis niobe) in Deutschland ist in den letzten 100 Jahren um über 90 % geschrumpft. Anhand detaillierter Habitatanalysen konnte nun gezeigt werden, dass sich die Habitate in Schwermetallrasen grundlegend von großflächigen Vorkommen auf den Ostfriesischen Inseln unterscheiden. Als Schlüsselfaktor wurde das erhöhte Wirtspflanzenangebot in Schwermetallrasen ermittelt. Durch den hohen Schwermetallgehalt im Boden wird das Wachstum konkurrenzstarker Pflanzenarten eingeschränkt, wohingegen die Wirtspflanze, das Gelbe Galmei-Veilchen (Viola calaminaria), sehr hohe Deckungen erreicht. Im Gegensatz dazu weisen die Habitate auf den Ostfriesischen Inseln eine wesentlich geringere Wirtspflanzendeckung auf. A. niobe benötigt hier sehr große Flächen um dauerhaft zu überleben. Der Verlust großflächiger Habitate kann als Hauptursache für den drastischen Rückgang der Art in Mitteleuropa angesehen werden. Jedoch konnte mit der aktuellen Studie gezeigt werden, dass bei einer Erhöhung der Habitatqualität auch ein Fortbestand in kleineren Metatpopulationen möglich ist. Die Studie ist im Journal of Insect Conservation erschienen:

Salz, A. & T. Fartmann (2017): Larval-habitat preferences of a threatened butterfly species in heavy-metal grasslands. Journal of Insect Conservation 21 (1): 129–136. doi: 10.1007/s10841-017-9961-7

Aktuelle Studie belegt Renaturierungserfolg in Bergheide-Ökosystemen


Renaturierungsfläche mit Besenheide (Calluna vulgaris)
[14. Februar 2017] In einer aktuellen Studie der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie wurde die Zusammensetzung der Vegetation auf renaturierten Kahlschlagsflächen im Vergleich zu intakten Bergheide-Ökosystemen und Kontrollflächen im Rothaargebirge analysiert. Im Vergleich zu nicht-renaturierten Kontrollflächen wiesen die Renaturierungsflächen bereits eine deutlich höhere Deckung an Zielarten auf. Durch die erfolgreiche Verjüngung bergheidetypischer Arten infolge der Übertragung von regionalem Saatgut unterschieden sich die Renaturierungsflächen weniger stark von intakten Bergheide-Ökosytemen. In der Studie konnte jedoch auch gezeigt werden, dass das geringe generative Reproduktionspotenzial einiger Zielarten den Renaturierungserfolg limitiert. Für die zukünftige positive Entwicklung der Flächen sind weitere Renaturierungsmaßnahmen erforderlich. Der Artikel ist in der Fachzeitschrift Ecological Engineering erschienen:

Borchard, F., Härdtle, W., Streitberger, M., Stuhldreher, G., Thiele, J. & T. Fartmann (2017): From deforestation to blossom – Large-scale restoration of montane heathland vegetation. Ecological Engineering 101: 211–219.

Internationale Rote Liste der IUCN für die Heuschrecken Europas erschienen

Pyrenäen-Gebirgsschrecke (Cophopodisma pyrenaea)
[19. Januar 2017] Unter Mitarbeit von apl. Prof. Thomas Fartmann wurde in einem Team von mehr als 50 internationalen Experten der Gefährdungsstatus von über 1.000 Heuschreckenarten erfasst. Die europäische Rote Liste wurde nach den Kriterien der International Union for Conservation of Nature (IUCN) erstellt. In der Publikation werden Gefährdungsstatus, Verbreitungsmuster, Habitatansprüche und Managementempfehlungen für alle europäischen Heuschreckenarten analysiert. Demnach sind mehr als ein Viertel der europäischen Heuschreckenarten auf kontinentaler Ebene gefährdet. Habitatspezialisten und kleinräumig gefährdete Arten zählen zu den am stärksten gefährdeten Arten. Dabei hat sich gezeigt, dass die Intensivierung der Landnutzung die bedeutendste Gefährdungsursache für Heuschrecken ist. Die Publikation verdeutlicht dass dringend weitere Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielalt in Europa notwendig sind.

Hochkirch et al. (2016): European Red List of Grasshoppers, Crickets and Bush-crickets. Luxembourg: Publications Office of the European Union.

Ameisen fördern Habitatheterogenität und Biodiversität in Grasland-Ökosystemen

Frühblühender Thymian (Thymus praecox)
[09. Januar 2017] Durch den fortschreitenden Landnutzungswandel sind artenreiche Grasland-Ökosysteme heute stark gefährdet. In einer aktuellen Studie der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie konnte nun gezeigt werden, dass neben dem Habitatmanagement auch Ökosystemingenieure wie die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) kleinräumige Mikrostandorte schaffen, die die Heterogenität und Artenvielfalt in Grasland-Ökosystemen erhöhen können. Anhand der Ergebnisse der Untersuchung konnte herausgestellt werden, dass Ameisen durch grabende Aktivitäten an ihren Nestern zu einer Veränderung der Bodenverhältnisse und Vegetationsstruktur im Vergleich zu der umgebenden Vegetation in Kalkmagerrasen führen. Dabei liesen sich jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf Gefäßpflanzen und Moose feststellen. Der Artikel erscheint im Februar 2017 in der Fachzeitschrift Ecological Engineering:

Streitberger, M., Schmidt, C. & T. Fartmann (2017): Contrasting response of vascular plant and bryophyte species assemblages to a soil-disturbing ecosystem engineer in calcareous grasslands. Ecological Engineering 99: 391–399.

Bundesamt für Naturschutz fördert Projekt zur Renaturierung von Kalkmagerrasen

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Großflächiger Kalkmagerrasen im Diemeltal (Nordhessen)
[09. Dezember 2016] Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert ein Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) zur Renaturierung von Kalkmagerrasen. Dieser Lebensraumtyp zählt zu den artenreichsten Ökosystemen Europas und hat eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität. Auf Grund des derzeit unzureichenden Erhaltungszustands von Kalkmagerrasen in Mitteleuropa besteht dringender Handlungsbedarf. Trotzdem gibt es massive Kenntnisdefizite zur Wiederherstellung von artenreichen Kalkmagerrasen-Zönosen. In Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern versuchen wir in dem Vorhaben durch die Entwicklung und Erprobung neuer Verfahren, Nutzung von Gehölzaufwuchs als regenerativen Energieträger und moderne wissenschaftliche Evaluationen diese Wissensdefizite zu beheben. Das Projekt hat zum Ziel, nachhaltige und kostenneutrale Renaturierungsmethoden für die Wiederherstellung artenreicher Kalkmagerrasen-Lebensgemeinschaften zu entwickeln.

Berufung in die Geographische Kommission für Westfalen

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Alte Hudelandschaft an der Ems bei Telgte (Westfalen)
[02. Dezember 2016] Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde apl. Prof. Thomas Fartmann in die Geographische Kommission für Westfalen berufen. Die Kommission betreibt und unterstützt geographisch-landeskundliche Forschung über Westfalen. Die Mitglieder führen ehrenamtlich und interdisziplinär Studien zu den unterschiedlichsten geographischen Themen durch. Dabei werden neben wirtschafts-, sozial- und humangeographischen Aspekten, auch Themen der Ökologie und Landschaftsplanung behandelt. Seit Beginn seiner Forschungstätigkeiten hat Prof. Thomas Fartmann eine Vielzahl von Studien mit tier- und vegetationsökologischen Fragestellungen in Westfalen durchgeführt. Im Fokus der aktuellen Studien der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie stehen die Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf die Biodiversität in fragmentierten Landschaften, Renaturierungs- und Störungsökologie, sowie die Bedeutung neuartiger Ökosysteme („novel ecosystems“) für gefährdete Arten.

Gratulation an Merle Streitberger zum erfolgreichen Abschluss ihrer Doktorarbeit

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Frischgebackene Doktorin Merle Streitberger mit apl. Prof. T. Fartmann
[21. November 2016] Wir gratulieren Dr. Merle Streitberger ganz herzlich zum erfolgreichen Abschluss ihrer Promotion. Der Titel der Dissertation lautet: „Ants and moles as ecosystem engineers – The role of small-scale disturbance for biodiversity in central European grasslands.“ Die Doktorarbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Ameisen und Maulwürfen auf die Biodiversität in Grasland-Ökosytemen Mitteleuropas. In ihren Studien konnte Merle Streitberger in vielschichtiger Weise die Bedeutung dieser Ökosystemingenieure für die Artenvielfalt im Grasland zeigen. Durch ihre grabenden Aktivitäten schaffen Ameisen und Maulwürfe rohbodenreiche Mikrohabitate, die eine herausragende Bedeutung für konkurrenzschwache Schmetterlings- und Pflanzenarten haben. Dabei spielen insbesondere mikroklimatische Aspekte eine bedeutende Rolle. Die Ergebnsse der Dissertation wurden bisher in fünf internationalen Publikationen veröffentlicht.

Erfolgreiche Kongressreise endet mit Auszeichnung für besten Tagungsbeitrag

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Preis für den besten Vortag auf dem 12. ICO in Ilhéus, Brasilien
[05. November 2016] Unser Doktorand Franz Löffler wurde auf dem 12th International Congress of Orthopterology (ICO) mit dem Best Oral Presentation Award für seinen Tagungsbeitrag „Survival in a changing environment – Effects of land-use and climate change on Orthoptera in montane grasslands“ ausgezeichnet. Die Tagung fand unter dem Leitthema Orthoptera in a changing world in Ilhéus (Bahia, Brasilien) statt. Unser Team folgte der herzlichen Einladung der weltweit organisierten Orthopterists' Society den Leitvortrag für das Themenfeld Ökologie und Naturschutz beizusteuern. Apl. Prof. Thomas Fartmann präsentierte in der Keynote der Tagung die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungsarbeiten zu den Auswirkungen des globalen Wandels, deren herausragende Relevanz durch die besondere Wertschätzung des internationalen Auditoriums honoriert wurde. Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und die Auszeichnung durch das wissenschaftliche Tagungskomitee.

DBU-Stipendium für Forschung in Allmendweide-Ökosystemen

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Arnika (Arnica montana)
[20. Oktober 2016] Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ein Promotionsvorhaben über die Biodiversität in Allmendweide-Ökosystemen des Südschwarzwalds. Allmendweide-Ökosysteme der montanen Lagen haben eine herausragende Beduetung für den Erhalt der europäischen Biodiversität. Die Fläche dieser Ökosysteme ist in Mitteleuropa allerdings stark zurückgegangen. Neben dem andauernden Flächen­verlust stellt insbesondere der Klimawandel eine ernst­zu­neh­men­de Bedrohung der dort ansässigen Lebensgemeinschaften dar. Mit dem Promotionsvorhaben unseres Doktoranden Florian Fumy soll nun eine Wissenslücke zu den Auswirkungen des globalen Wandels auf die Biodiversität montaner Allmendweidesysteme geschlossen werden. Die Studie zeichnet sich durch einen breiten biozönotischen Ansatz aus, der die Erfassung von drei taxonomischen Gruppen (Vögel, Heuschrecken und Tagfalter) umfasst. Anhand der Forschungsergebnisse werden Maßnahmen für den langfristigen Erhalt der Allmendweide-Ökosysteme abgeleitet.

Bestimmungsbuch für die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols

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Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus)
[12. September 2016] Ein Bestimmungsbuch mit hervorragenden fotografischen Abbildungen, Angaben zur Ökologie und aktuellen Verbreitungskarten aller Heuschreckenarten Deutschlands und Nodrtirols ist aktuell erschienen. Mit „Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols: Bestimmen–Beobachten–Schützen“ ist es erstmals möglich, sämtliche Heuschreckenarten in Deutschland und Nordtirol anhand von sehr guten Bildvergleichen zu bestimmen. Mehrere Mitarbeiter der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie haben tatkräftig zum Gelingen der Publikation beigetragen. Ein Beispiel der Bestimmungstafeln gibt es bei der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL). Das Bestimmungswerk zeichnet sich besonders durch seine praxistaugliche Aufarbeitung aus und vereinfacht die Bestimmung der heimischen Heuschreckenarten. Das Buch kann ab sofort bestellt werden.

Neuerscheinung zum Artenschutz unter dem Einfluss des Klimawandels

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Bergmähwiese mit Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis) (Westfalen)
[20. Juni 2016] Der Klimawandel ist eine der Hauptursachen für den weltweiten Biodiversitätsverlust. Im Hinblick auf die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels ergeben sich neue Herausforderungen für den Artenschutz in Mitteleuropa. Im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten F+E-Vorhabens wurden Perspektiven und Strategien für den Artenschutz unter dem Einfluss des Klimawandels erarbeitet. Die Publikation in der Reihe Naturschutz und Biologische Vielfalt gibt einen umfassenden Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf Tier- und Pflanzenarten und zeigt Handlungsempfehlungen für den zukünftigen Artenschutz auf. Eine Bestellung ist ab sofort hier möglich.

DBU erteilt Zusage für ornithologisches Promotionsvorhaben

Asio flammeus
Sumpfohreule (Asio flammeus)
[14. Mai 2016] Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat unserem Doktoranden Steffen Kämpfer die Zusage für ein Promotionsstipendium erteilt. Seit den 1950 er Jahren ist ein drastischer Rückgang vieler Vogelarten der mitteleuropäischen Kulturlandschaft zu verzeichnen. Das Ziel des Promotionsvorhabens ist eine umfassende Analyse der Auswirkungen des globalen Wandels auf gefährdete Brutvogelarten in Mitteleuropa. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Analyse der Habitatpräferenzen der Sumpfohreule in aktuell und ehemalig besiedelten Habitaten Mitteleuropas im Vergleich zu europäischen Optimalhabitaten gelegt. Die Ergebnisse des Promotionsvorhabens sollen dazu beitragen, ein nachhaltiges Habitatmanagement für stark gefährdete Brutvogelarten zu entwickeln.

DBU-Projekt zur Biodiversität von Weihnachtsbaumkulturen

aktuell wbk
Konventionelle Weihnachtsbaumkultur im Sauerland (Westfalen)
[16. Dezember 2015] Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ab Januar 2016 ein Projekt zur Biodiversität von Weihnachtsbaumkulturen im Sauerland. Das Projekt wird in Kooperation mit der Biologischen Station Hochsauerlandkreis e.V. und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Der systematische Anbau von Weihnachtsbäumen begann erst in den 1980er Jahren und ist damit ein relativ junges Phänomen. Wie aufgrund der Neuartigkeit des Ökosystems zu erwarten ist, sind die Kenntnisse zur Biodiversität rudimentär. Ziel des Projektes ist es daher die Biodiversität von Weihnachtsbaumkulturen im Vergleich zu konkurrierenden Nutzungen zu untersuchen und Handlungsempfehlungen zum biodiversitätsfördernden, umweltverträglichen und nachhaltigen Anbau von Weihnachtsbäumen zu erarbeiten.

BfN bewilligt Forschungsvorhaben zu Gefährdungsursachen von Rote-Liste-Arten

aktuell lacerta bilineata
Westliche Smaragdeidechse
(Lacerta bilineata)
[08. Dezember 2015] Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert ab Dezember 2015 ein Forschungsvorhaben zur „Vorbereitung der Analyse der Gefährdungsursachen von Rote-Liste-Arten.“ Das Projekt wird in Kooperation mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) bearbeitet. Die Identifikation von Gefährdungsursachen für bestandsbedrohte Arten ist eine notwendige Voraussetzung zur Entwicklung von konkreten, zielgerichteten Hilfs- und Schutzmaßnahmen. Standardisierte Analysen zu Gefährdungsursachen wurden bisher allerdings nur für ausgewählte Artengruppen durchgeführt. Im vorliegenden Forschungsvorhaben soll erstmals eine umfassende, Artengruppen-übergreifende Gefährdungsursachenanalyse mit einheitlichen und standardisierten Methoden vorbereitet werden.

DBU fördert Promotionsvorhaben zu Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels

aktuelles phyteuma
Blühaspekt der Kugeligen Teufelskralle (Phyteuma orbiculare) (Eifel)
[27. November 2015] Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ab Januar 2016 das Promotionsvorhaben unseres Doktoranden Franz Löffler. Die Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels auf die Lebensgemeinschaften des montanen Magergraslands sind bis heute unzureichend untersucht. Im Rahmen der Dissertation sollen daher erstmals umfassende Analysen zu den Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf die Lebensgemeinschaften des montanen Magergraslands durchgeführt werden. In enger Kooperation mit Naturschutzorganisationen werden Lösungen für ein nachhaltiges Management auf Habitat- und Landschaftsebene entwickelt.

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Promotion über gefährdete Tagfalterarten

aktuell
Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini)
[20. Juli 2015] Wir gratulieren Gregor Stuhldreher sehr herzlich zum erfolgreichen Abschluss seiner Promotion. Die Dissertation mit dem Titel „From oviposition site to landscape structures — effects of land-use and climate change on threatened grassland butterflies“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf gefährdete Tagfalterarten in mitteleuropäischen Kalkmagerrasen. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten wurden bis heute in sechs internationalen Fachartikeln publiziert. Die Promotion wurde durch das Stipendienprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

NWO-Förderpreis für herausragende Abschlussarbeit

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Heidelerche (Lullula arborea)
[24. März 2015] Unserem Masterstudierenden Christian Höppner wurde für seine Masterarbeit „Christmas tree plantations as refuges for endangered songbirds“ der Förderpreis der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO) verliehen. Die Studie beschäftigt sich mit der Bedeutung von Weihnachtsbaumkulturen im Hochsauerland als Habitat für die stark gefährdete Heidelerche und den Baumpieper. Sie zeigt exemplarisch, dass Weihnachtsbaumkulturen durch nachhaltige Bewirtschaftung einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten können.

Promotion über Renaturierung von Bergheiden erfolgreich abgeschlossen

aktuell dbu forschung
Herzlichen Glückwunsch an unseren Doktoranden Fabian Borchard (2.v.li.)
[09. Februar 2015] Wir gratulieren Fabian Borchard sehr herzlich zum erfolgreichen Abschluss seiner Promotion mit dem Titel „Restoration of montane heathland ecosystems in Central Europe.“ Die Ergebnisse seiner Studien wurden bislang in drei internationalen Fachartikeln publiziert. Die Promotion wurde durch das Promotionsstipendienprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Hintermann & Weber-Forschungspreis für Tagfalteruntersuchung in Südbayern

aktuell dbu forschung
Benjamin Krämer wurde für seine Diplomarbeit ausgezeichnet
Benjamin Krämer wurde für seine Studie „Habitat quality is the key for the conservation of butterfly communities in pre-alpine calcareous grasslands“ mit dem H & W-Forschungspreis für Naturschutz ausgezeichnet. Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Bedeutung der Buckelwiesen im bayerischen Alpenraum für die Tagfalterfauna und gibt wegweisende Impulse für den praktischen Naturschutz.

DBU unterstützt neues Promotionsvorhaben zur Biodiversität in Regenrückhaltebecken

aktuell dbu forschung
Regenrückhaltebecken – Refugien für die Biodiversität (Münster, Westfalen)
Unsere Promotionsstudentin Lisa Holtmann wird sich in ihrem Promotionsvorhaben mit der Bedeutung von Regenrückhaltebecken für die Biodiversität im urbanen Raum beschäftigen. Das Projekt wird durch ein Promotionsstipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt. Gegenstand der Untersuchung bildet eine vielschichtige Analyse der Bedeutung dieses Habitattyps für verschiedene Indikatorgruppen. Zudem wird besonders die Entwicklung eines nachhaltigen Managements im Kern der Forschungsarbeiten stehen.

BfN verlängert Forschungsvorhaben zum Artenschutz unter Klimawandel

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Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria)
Das erfolgreiche F+E-Vorhaben „Strategien und Handlungskonzepte für den Artenschutz in Deutschland unter Klimawandel“ wurde durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) verlängert. Mit dem Vorhaben sollen ausgehend vom aktuellen Forschungsstand Perspektiven und Strategien für den Artenschutz unter dem Einfluss des Klimawandels erarbeitet werden. Die Ergebnisse des Vorhabens werden in der Schriftenreihe des BfN "Naturschutz und Biologische Vielfalt publiziert und sollen zukünftig verstärkt in Naturschutzkonzepte einbezogen werden.

DBU-Projekt zum Biotopverbund als Klimaanpassungsstrategie

aktuell dbu 2013
Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae)
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt seit August 2013 ein Forschungsvorhaben, um die negativen Folgen des Klimawandels auf die Biodiversität durch praktische Maßnahmen einzugrenzen. Das Projekt wird in enger Kooperation mit Partnern aus dem Zweckverband Naturpark Diemelsee durchgeführt. Durch veränderte Umweltbedingungen sind viele Arten gezwungen ihre Areale zu verändern. Ein verbesserter Biotopverbund würde den Erhaltungszustand vieler Arten hierbei verbessern. Im Rahmen des Projektes arbeiten Wissenschaft und Praxis im Naturpark Diemelsee zusammen, um neue Kenntnisse zukünftig in konkrete Naturschutzmaßnahmen einzubeziehen.